- Offizieller Name: Shakespeare's Globe (moderne Rekonstruktion des ursprünglichen Globe Theatre)
- Typ: Elisabethanisches Freilufttheater in Bankside, London
- Gegründet: Ursprünglich erbaut im Jahr 1599; nach dem Wiederaufbau 1997 eröffnet
- Standort: 21 New Globe Walk, London SE1 9DT, Vereinigtes Königreich
- Architekturstil: Polygonales Amphitheater in Fachwerkbauweise mit einer nach vorne gerichteten Bühne
- Planer/Bauunternehmer: Errichtet von Cuthbert und Richard Burbage sowie den „Lord Chamberlain’s Men“, darunter Shakespeare

Globe-Theater – Architektur | Ein lebendiges Design-Erlebnis im elisabethanischen Stil
Die Architektur des Shakespeare's Globe Theatre lädt designinteressierte Reisende dazu ein, eine beeindruckende Nachbildung des ursprünglichen Theaters aus dem Jahr 1599 in Fachwerkbauweise zu erkunden. Von seiner Freiluftbühne bis hin zu seinem charakteristischen Strohdach und seiner polygonalen Struktur verbindet seine architektonische Geschichte die Besucher mit dem elisabethanischen architektonischen Erbe und dem Genie der Architekten des Globe-Theaters: Cuthbert und Richard Burbage sowie deren Theatergruppe. Sind Sie bereit, in die Geschichte einzutauchen?
Ein kurzer Überblick über die Architektur des Globe-Theaters

Architekturstile und Einflüsse

Die Gestaltung des Globe-Theaters vereint Elemente der elisabethanischen Theaterarchitektur, klassisch-römische Einflüsse und die Tradition der praktischen Inszenierung. Sein kreisförmiger (tatsächlich 20-seitiger) polygonaler Grundriss wurde, um Prestige zu vermitteln, von römischen Amphitheatern inspiriert, knüpfte jedoch durch einen zentralen, von Galerien umgebenen Innenhof an die Traditionen der Wandertheater und der Aufführungen auf Gasthofhöfen in England an.
Vollständig aus englischer Eiche gefertigt und mit Zapfenverbindungen (ohne Baustahl), basiert der Nachbau von 1997 auf traditionellen Tischlertechniken, die auf McCurdys Forschungen und archäologischen Funden (wie den Balustern aus den Ausgrabungen am Rose Theatre) beruhen. Die daraus resultierende Ästhetik ist haptisch und authentisch.
Wichtigste Einflüsse:
- Tradition des römischen Theaters: Der Name und die Gesamtform erinnern an die Pracht des Kolosseums.
- Inszenierung auf dem Hof eines elisabethanischen Gasthauses: Zentrale Hauptbühne, umgeben von einem Stehplatzbereich und Galerien.
- Lokale Tischlerei und Materialien: Das Strohdach, der Kalkputz mit Ziegenhaar sowie die Fachwerkkonstruktion spiegeln die historische elisabethanische Bauweise wider
Gestaltungshighlights und charakteristische Merkmale

Schubstufe & Yard
Eine erhöhte Bühne ragt ohne jegliche Abtrennung in den zentralen Stehplatzbereich („Groundlings“) hinein und schafft so unmittelbare Nähe und Interaktion.
Drei Ebenen von Galerien
Den Innenhof umgeben drei Galeriebereiche, wobei die Plätze im Parkett im Vergleich zu den Sitzplätzen in den oberen Rängen erschwinglicher sind; so werden alle sozialen Schichten berücksichtigt und abgestufte Sichtlinien geboten.
Reetdach & offene Arena
Nur die Bühne und die Zuschauerbereiche sind überdacht; das Bühnendach („The Heavens“) ist mit Stroh gedeckt (das erste, das in London seit 1666 genehmigt wurde), während der Vorplatz weiterhin von natürlichem Licht durchflutet wird.
Falltür auf der Bühne
In die Bühne ist unter einer bemalten „Himmelsdecke“ eine Falltür eingebaut, die für dramatische Auftritte und das Herabsteigen von Figuren von oben genutzt wird.
Holzbauweise und polygonales Fachwerk
Bei dem Bauwerk handelt es sich um ein 20-seitiges Holzpolygon, das die Form eines Kreises nachahmt und unter Verwendung von Eichenbalken, Kalkputz sowie unter Anwendung historischer Techniken ohne Stahl errichtet wurde.
Wer hat es entworfen?
Cuthbert & Richard Burbage und die Lord Chamberlain’s Men (Original von 1599)
- Ende 1598 Cuthbert und Richard Burbage, die Söhne des Theaterunternehmers James Burbage, ergriffen mutige Maßnahmen, als ihr Pachtvertrag für „The Theatre“ in Shoreditch auslief. Da sie über die gesetzlichen Rechte zum Abbau des Bauwerks verfügten, beschlagnahmten sie gemeinsam mit dem Zimmermann Peter Street und zwölf weiteren Personen das Holz, führten den Transport über die Themse durch und verwendeten es für den Bau eines neuen Theaters in Bankside.
- Ihre Theatergruppe, die Lord Chamberlain’s Men (später bekannt als die King’s Men), bildete ein Konsortium, zu dem Shakespeare, John Heminges, Augustine Phillips, Thomas Pope und andere gehörten, die sich jeweils an Eigentum und Betrieb des Veranstaltungsortes beteiligten. Cuthbert und Richard hielten jeweils 25 % der Anteile, der Rest verteilte sich auf die übrigen Mitglieder.
- Aus ihrer Vision entstand ein aus Holz erbautes, 20-seitiges Freiluft-Amphitheater – ein beeindruckendes Bauwerk im elisabethanischen Stil, das römisch inspirierte Formen, die Tradition der Inszenierung auf Gasthofhöfen und ihre eigenen gestalterischen Ideen für Aufführungen vereint. Shakespeare selbst wurde Miteigentümer und führte viele seiner bedeutendsten Theater auf der Vorbühne auf.
Sam Wanamaker & Tim McCurdy (moderne Inszenierung von 1997)
- Jahrhunderte später machte sich Sam Wanamaker, ein amerikanischer Schauspieler und Regisseur, daran, den Globe in der Nähe seines ursprünglichen Standorts wieder aufzubauen – ein Projekt, das sein ganzes Leben in Anspruch nahm. Im Jahr 1970 gründete er den Shakespeare Globe Trust und war bis zu seinem Tod im Jahr 1993 unermüdlich damit beschäftigt, Spenden zu sammeln und die Planungsarbeiten zu leiten. Dank der Unterstützung von Förderern wie Prinz Philip und John Gielgud gewann seine Vision schließlich an Dynamik.
- Für das Rekonstruktionsprojekt wurden Peter McCurdy und McCurdy & Co. hinzugezogen, deren Fachkenntnisse im Bereich der Eichenholzverarbeitung in der eigenen Werkstatt sowie im historischen Fachwerkbau auf das Jahr 1989 zurückreichen. In enger Zusammenarbeit mit dem Wiederaufbauarchitekten Jon Greenfield (aus dem Team von Allies + Morrison und Theo Crosby) setzten sie wissenschaftliche Forschungsergebnisse in eine originalgetreue Bauweise um, wobei sie englische Eiche, traditionelle Zapfenverbindungen und ein Reetdach (aufgrund einer besonderen gesetzlichen Ausnahmegenehmigung) verwendeten.
- Das Ergebnis war die Eröffnung des Shakespeare's Globe im Jahr 1997, einer authentischen Nachbildung des Theaters von 1599, bei der mit viel Liebe zum historischen Detail auf die Einhaltung moderner Sicherheitsstandards geachtet wurde. Auch wenn Wanamaker die Fertigstellung nicht mehr erleben durfte, prägten seine Vision und McCurdys handwerkliches Können das ikonische Holzamphitheater, das die Besucher heute bewundern können
Bauphasen
Phase 1: Der ursprüngliche Globus (1599–1613)
Es wurde 1599 in kurzer Zeit unter Verwendung von wiederverwertetem Bauholz aus dem Theater errichtet. Es ist als zwanzigseitiges, dreistöckiges Freiluft-Amphitheater mit Platz für etwa 3.000 Zuschauer konzipiert.
Phase 2: Wiederaufbau nach dem Brand (1614–1644)
Das Globe, das 1613 durch einen Brand zerstört wurde, wurde 1614 mit einem Ziegeldach wieder aufgebaut, um die Brandgefahr zu verringern. Es blieb in Gebrauch, bis es 1644 von den Puritanern geschlossen und abgerissen wurde.
Phase 3: Moderner Wiederaufbau (1990er Jahre–1997)
Sam Wanamaker leitete ein Projekt, dessen Ziel es war, das Globe-Theater so originalgetreu wie möglich nachzubauen. Das von Tim McCurdy geleitete Team setzte bei der Errichtung traditionelle Zimmermannstechniken, englische Eiche, ein Reetdach (feuerhemmend), verdeckt verlegte Sprinkleranlagen sowie moderne Sicherheitsstandards ein.
Der Innen- und Außenbereich

Außen
- Von außen betrachtet erscheint die Architektur des Globe Theatre als weiß getünchter Fachwerkbau in polygonaler Form mit schwarzen Eichenbalken und Kalkputzausfachung, was an elisabethanische Fassaden erinnert.
- Die Besucher sehen das Strohdach, das sich über die Galerieebenen erhebt, sowie den offenen Innenhof hinter der Bühne. Der Entwurf vereint historische Authentizität und visuelle Dramatik.
- Es befindet sich in Bankside, nahe am ursprünglichen Standort, ist jedoch aufgrund heutiger baulicher Gegebenheiten leicht versetzt

Innen
- Im Inneren umgeben drei Galerieböden den offenen Innenhof und lassen so natürliches Licht in den Raum strömen. Der Parkettbereich ist mit stehenden Besuchern auf einem Betonboden (modern) gefüllt, was an den ursprünglichen, mit Schilf bewachsenen, erdigen Hof erinnert.
- Die Bühne erstreckt sich bis in den Hof hinein, wird von Säulen getragen und von der bemalten „Himmel“-Decke überragt.
- Eine Falltür und Balkone im Vorraum ermöglichen eine eindrucksvolle Inszenierung und effektvolle Auftritte. Die architektonische Schlichtheit unterstreicht die rohe theatralische Kraft
Häufig gestellte Fragen zur Architektur des Globe-Theaters
Es war wegweisend für die Gestaltung mit Freiluftbühne, Vorbühne und immersivem Zuschauererlebnis, die das elisabethanische Theater prägte und bis heute Einfluss ausübt.
Nein, am ursprünglichen Globe gab es keinen einzigen formal ausgebildeten Architekten. Es wurde 1599 von den „Lord Chamberlain’s Men“ unter der Leitung von Cuthbert Burbage (zusammen mit seinem Bruder Richard, Shakespeare und weiteren Gesellschaftern) entworfen und erbaut, der sich bei der Errichtung mit dem Zimmermann Peter Street abstimmte.
Ihre vielseitige, mit Stroh gedeckte Arena in Fachwerkbauweise mit natürlicher Beleuchtung, der aktiven Einbindung des Publikums und ihrer historischen Zimmermannskunst macht sie einzigartig.
In Bezug auf Bauweise und Materialien äußerst originalgetreu, allerdings aus Sicherheitsgründen angepasst, z. B. durch feuerhemmendes Strohdach, Sprinkleranlagen und barrierefreie Ausgänge.
Englische Eiche, Lehmverputz mit Ziegenhaar sowie traditionelle Tischlerarbeiten verleihen dem Globe haptische Authentizität und visuelle Wirkung.


